Wie kriege ich mehr Geld?
Nun, eigentlich müsste die Frage eher lauten: Was brauche ich eigentlich wirklich?
Denn warum willst du mehr Geld? Klar, das Grundbedürfnis nach mehr Sicherheit und Entscheidungsspielraum ist einer der Hauptgründe – aber höchstwahrscheinlich ist dir das gar nicht bewusst. Du hast eher auf diesen Text geklickt, weil du gewisse Wünsche und Träume hast, die du dir erfüllen willst. Dafür schaust du einfach in diese Erkenntnis.
Da wir oft lange unbewusst unterwegs sind und mehr Geld wollen, um es primär zu konsumieren (alles, was du im Laden kaufen kannst), verbinden wir „mehr Geld“ mit genau dieser Art von Wunscherfüllung.
Die Arbeitslosigkeit als Geschenk
Was ich eigentlich jedem Menschen empfehlen kann: einmal ohne Geld zu leben – bzw. sogar die Arbeitslosigkeit als Geschenk anzusehen. Ich habe sie über eine lange Zeit selbst gewählt, einfach weil ich meinen Platz nicht gefunden hatte. Ich wollte nicht einfach „irgendwas machen“, nur um Geld zu haben; ich wollte etwas Sinnvolles machen, woran ich Spaß habe. Da ich dies nicht fand, habe ich damals diesen Weg gewählt.
Der Weg bringt dir zwar ein unbequemes Leben, aber unfassbar wertvolle Erkenntnisse – eben weil du nicht mehr blind alles kaufen und Abos abschließen kannst. Jeder Euro wird bewusst geprüft, bevor er ausgegeben wird. Und genau das schafft Bewusstsein.
Stelle dir also wieder die Frage: Was brauchst du eigentlich wirklich?
Was hast du schon – und brauchst du es wirklich?
Hast du ein Auto, ein Handy, einen Fernseher, eigene vier Wände (auch gemietete ;)), Kleidung im Schrank etc.? Klar, hast du du das. Die meisten Menschen haben alles, was sie brauchen – denken aber, dass Neues automatisch besser ist. Das ist es leider schon lange nicht mehr.
Man schaue allein auf den Handymarkt: Alle ein bis zwei Jahre das neueste Smartphone im Wert von über 1.000 €, oft als Vertrag – da stört es ja nicht so sehr. Aber inwiefern ist es wirklich besser? Ja, eine neue Kamera und ein schnelleres Telefon im Allgemeinen. Aber eigentlich kann dein altes das auch.
Beim Auto genauso: Was bringt dir „dein Traumauto“? Es fühlt sich nach 3 Monaten an wie dein altes. Du wirst dich darin genauso fühlen wie jetzt – hast es aber als Ziel angesehen und dir dafür den Arsch abgearbeitet, nur weil du dachtest, du FÜHLST dich damit besser.
Wir kaufen alles nur, weil wir hoffen, uns damit in irgendeiner Weise besser zu fühlen.
Achte doch mal bei der nächsten TV-Werbung darauf, was dir da eigentlich gezeigt wird: Siehst du, welche bedeutsamen Funktionen der neue Gegenstand hat? Oder verkauft dir die Laufschuh-Firma nur das Gefühl, du könntest damit der neue Marathon-Sieger werden? Natürlich Letzteres. Selten wirbt eine Firma wirklich mit echten Verbesserungen für dein Leben.
Und wenn es keine Verbesserung für mich ist, sondern das Gleiche in einem anderen Mantel – wozu sollte ich es dann kaufen? Damit ich mehr Ansehen habe? Ach komm. Du kaufst ja wohl nichts mehr, um anderen zu zeigen, dass du es geschafft hast bzw. um sie zu beeindrucken, oder? Das haben meine Leser nicht nötig – und du erst recht nicht!
Die einzigen Produkte, die es wert sind, gekauft zu werden, sind jene, die dir wirklich eine Verbesserung für dein Leben bringen.
Die eigentliche Erkenntnis
Da wir jetzt schon den größten Teil des finanziellen Bedarfs eliminiert haben, kommen wir zu dem Teil, der mir als am spannendsten aufgefallen ist. Mal nebenbei gesagt: Alle, die eben keine Lust mehr hatten weiterzulesen, verpassen das Beste.
Die eigentliche Erkenntnis lautet: Du kannst dir immer alles leisten, was dir wirklich wichtig ist und was du wirklich aus deinem tiefsten Inneren willst bzw. brauchst.
Es kommt einfach ein Gefühl in einem auf, bei dem man merkt: Oh, was?! Das brauche ich unbedingt! Und ich rede da jetzt nicht von irgendeinem limitierten Produkt, das man aus Angst, es zu verpassen, unbedingt braucht – sondern von den Dingen, bei denen dir klar ist: Das brauche ich jetzt in meinem Leben. Und dann kauft man es sich am selben Tag, spätestens am folgenden. Und das ist auch kein Geld, das dir dann an anderer Stelle fehlt. Entweder kommt es meistens in ähnlicher Höhe durch eine zufällige Zahlung zurück, oder der Bedarf besteht in dem Monat einfach nicht mehr.
Denk doch mal darüber nach: Wann konntest du dir das letzte Mal wirklich etwas wünschen? Also auf die Frage „Was wünschst du dir zum Geburtstag oder zu Weihnachten?“ – ich habe keine Erinnerung mehr daran, wann ich wirklich etwas gebraucht habe. Denn alles, was ich wirklich will, besorge ich mir halt auch schleunigst. Da warte ich nicht erst Wochen oder Monate darauf.
Der erste Schritt
Klar wollen wir alle Geld in unserer materiellen Welt – damit können wir uns Wünsche erfüllen. Aber der erste Schritt ist zu erkennen: Welche Wünsche dienen uns wirklich? Und welche sind einfach irgendwelche Dinge, an die wir Erwartungen geknüpft haben – in der Hoffnung, uns damit besser zu fühlen, obwohl sie uns keinen echten Mehrwert bieten?
Und nun wünsche ich dir viel Spaß mit dem neuen Wissen.